Hauptsitz Bank Pictet in Genf

 

Das neue Hauptgebäude der Bank Pictet im Genfer Vorort Acacias.

 

Nachhaltige und energieeffiziente Gebäudetechnik-Innovationen

In den letzten Jahren baute die führende Privatbank Pictet & Cie in Genf einen neuen Hauptsitz. Dabei setzt sie ihr nachhaltiges Leitbild durch eine entsprechende Gebäudetechnik um. Dazu gehören 1‘500 Stehleuchten mit autonomer Sensorik und KNX-Vernetzung für hohen individuellen Komfort und Energieeffizienz. Ein Schweizer Premiere mit Systemintegration durch EIBROM.

Die 1805 in Genf gegründete Bank Pictet & Cie zählt mit verwahrten und verwalteten Vermögen von 428 Mrd. CHF (Stand Ende Dezember 2007) zu den grössten Schweizer Privatbanken und zu den bedeutendsten unabhängigen Vermögensverwal- tungsbanken Europas. Die Pictet-Gruppe beschäftigt mehr als 2700 Personen, davon über 600 Anlagespe- zialisten. Die schon immer international ausgerichtete Gruppe hat ihre Weltoffenheit bewahrt und ist heute an den bedeutenden Finanzplätzen Lausanne, Zürich, Luxemburg, London, Mailand, Turin, Rom, Florenz, Paris, Frankfurt, Nassau, Madrid, Montreal, Dubai, Singapur, Hongkong und Tokio vertreten.

Die Waldmann Stehleuchte tycoon mit 4x55W-Röhren und Pulse KNX-Steuerung, jedes Leuchte besitzt eine eigene physikalische KNX- Adresse.

Nachhaltige Entwicklung ist in Pictets Geschichte verankert

Pictets Vision der Nachhaltigkeit ist im Laufe der 200-jährigen Geschichte als Familienunternehmen entstanden, dank der Entwicklung und Pflege lang- fristiger Beziehungen mit ihren Kunden und Mitarbeitern gewachsen und heute tief in den persönlichen und geschäftlichen Gewohnheiten ihrer Mitarbeiter verankert. Die Steuerung und Verbesserung der direkten Auswirkungen auf die Umwelt ist ein wichtiger Teil der bankinternen Betriebsfunktionen. Um zu gewährleisten, dass die Infrastruktur und Einrichtungen den Anforderungen der Bank entsprechen (Sicherheit, Informatik, technische Einrichtungen, Archive, Parkplätze usw.), entschieden sich die Teilhaber im Jahre 2000 für einen Neubau, und nicht für den Kauf eines bestehenden Gebäudes, um Platz für die stark gewachsenen Aktivitäten zu schaffen.

Pictets neues Hauptgebäude in Genf – gelegen im dynamischen Genfer Vorort Acacias – wurde in Bezug auf Umwelt-, Arbeits- und Sozialbedingungen optimiert. Seit der Grundsteinlegung sind fünf Jahre intensiver Bauarbeiten vergangen. Es wurden spezi- elle Massnahmen getroffen, um Energie und Wasser zu sparen, während es für die Mitarbeiter finanzielle Anreize gibt, soweit möglich öffentliche Verkehrsmittel anstelle des eigenen Autos zu benutzen. Für die Schweizer Privatbank gehört es zu den erklärten Zielen, auf freiwilliger Basis die CO2-Emissionen in den nächsten Jahren zu senken.

Das Hauptgebäude mit L-förmiger Architektur ist 105 m breit und 120 m tief und umfasst 70‘300 m2 Brutto-Fläche, vom vierten Unter- bis zum fünften Obergeschoss. 65 Empfangsräume und zahlreiche private Speiseräume sowie ein grossräumiger Privatparkplatz stehen für die Betreuung der Kunden zur Verfügung. 1800 komfortable Arbeitsplätze für die Mitarbeiter, eine Tiefgarage mit 500 Parkplätzen, ein Personalrestaurant mit 200 Plätzen und ein Auditorium stehen als moderne Infrastruktur zur Verfügung. Die Empfangs- und Sitzungsräume bieten höchsten Komfort und modernste Ausstattung. Sicherheit und Vertraulichkeit sind dank neuster Technik gewährleistet, zu- dem kommen zahlreiche technologische Innovationen zum Einsatz. So etwa die Ende Juni 2008 eingeweihte grösste Solarkühlungs-Anlage der Schweiz. Auf dem Dach stehen auf einer Fläche von 600 m2 364 Solarpanels im Einsatz. Die Wärme wird darauf in einen Speicher transportiert, aus dem sie zu den drei Absorptionsmaschinen geleitet wird. Hier wird – ähnlich der Funktionsweise eines Kühlschranks – in einem weiteren, in den Maschinen befindlichen Wassersystem die Wärme entzogen und somit Kälte erzeugt.

Ein raffiniertes Innenleben ermöglicht hocheffiziente, automatisierte und vernetzte Lichttechnik.

Raffinierte Beleuchtungssteuerung als Schweizer Premiere

Für die Arbeitsplatzbeleuchtung im neuen Hauptsitz wählte man Stehleuchten mit autonomer Sensorik für Präsenz und Tageslicht und manueller Bedienung, um die Flexibilität bei den sehr vielen Umzügen zu gewährleisten. Dabei steht eine Leuchte zwei bis vier Mitarbeitenden zur Verfügung und folgte diesen bei Umzügen. Fast durchwegs arbeiten die Angestellten in Open Space Büros. Man wollte Lichtinseln in grossen dunklen Räumen mit entsprechend unbehaglicher Atmosphäre verhindern, wie diese üblich sind, wenn am Abend oder an Wochenende nur wenige Personen in einem Grossraumbüro arbeiten. Deshalb schrieb man für die Vergabe vernetzbare Stehleuchten aus. Als einziger konnten diese von Waldmann angeboten und damit zum ersten Mal in der Schweiz eingesetzt werden – bis jetzt über 1‘500 Stück: Leuchten tycoon mit 4x55W-Röhren, sehr hohem Wirkungsgrad, absolut blendfrei und mit integriertem Lichtmanagementsystem Pulse KNX. Der Präsenzsensor des Waldmann Lichtmanagementsystems Pulse HFMD registriert dank Hochfrequenz selbst minimalste Bewegungen in einem Radius von 3,5 Metern. Halten sich Personen im Raum auf, wird das Licht automatisch aktiviert und beim Verlassen wieder ausgeschaltet. Pulse HFMD Sensoren erfassen zudem das Tageslicht als Massstab für die Anpassung des Lichtniveaus. Dadurch lässt sich der Energieverbrauch um bis zu 50% deutlich reduzieren. Über das Standrohr-Bedienteil können die Nutzer jederzeit selbst das gewünschte Beleuchtungsniveau und andere Funktionen wählen.

Dank moderner Sensortechnik sind Waldmann Leuchten mit Pulse KNX in der Lage, per KNX untereinander oder mit anderen Gewerken zu kommunizieren. Erfasst der Präsenzsensor die Anwesenheit einer Person im Büro, erfolgt beispielsweise der Befehl an die Heizung, die Raumtemperatur um drei Grad anzuheben. Diese Funktion wurde bei Pictet nicht genutzt, da man sich für gewerkespezifische Bussysteme, die über ein gemeinsames technisches Gebäudemanagement integriert werden, entschlossen hatte. Das Lichtmanagementsystem Pulse bleibt autark und kann zugleich über den KNX bedient und genutzt werden. In Abhängigkeit der eingestellten Funktion können standar- disierte Schalt- oder Dimmfunktionen ausgelöst sowie Leuchtenstatus und Präsenzstatus abgefragt werden. Die Parametrierung der integrierten Lichtregelung und der Präsenzsteuerung erfolgt über die ETS.

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Über das Standrohr-Bedienteil können die Nutzer jederzeit selbst das gewünschte Beleuchtungsniveau und andere Funktionen wählen.

Projektspezifische Systemintegration durch EIBROM

 

Waldmann Schweiz gelangte für die Systemintegrati- on an EIBROM, welche dann durch die Walliser Filiale unter der Projektleitung von Daniel Schmidt ausge- führt wurde. In enger Zusammenarbeit mit den Ge- bäudetechnik-Verantwortlichen der Bank und den Spezialisten von Waldmann wurde folgende Funk- tionen entwickelt und programmiert: Die Leuchte, welche Präsenz erkennt, wird mit der vom Nutzer gewünschten Beleuchtungsstärke betrieben. Alle anderen Leuchten im Büro, welche zur Zeit keine Präsenz erkennen, werden auf ca. 20% gedimmt. Wenn keinerlei Präsenz mehr erkannt wird, schalten alle Leuchten ab. Jede Leuchte besitzt eine eigene physikalische KNX-Adresse (mit entsprechendem Etikette auf dem Leuchtenkopf) und bleibt deshalb jeweils in der gleichen Zone. Die Änderung von Adressen erfolgt momentan von EIBROM aus per Fernzugriff.

Über Gira Home Server sind alle Kommunikationsbeziehungen zwischen den Leuchten per Browser konfigurierbar. Über eine sehr übersichtliche Darstellung als Excel-Tabelle können die entsprechenden Kommunikationsbeziehungen zwischen den Leuchten bestimmt werden, um damit die einzelnen Zonen festzulegen. Das System wurde aufgrund der ersten Betriebsmonate verfeinert und hat sich bewährt.

Mit der Vernetzung der hochwertigen Stehleuchten werden zwei Ziele klar erreicht: Einerseits wird den Benutzer mit der individuellen Einstellmöglichkeit ein Maximum an Komfort sowie Sicherheit durch die Vermeidung von dunklen Büros rund um Lichtinseln geboten.

Andererseits ermöglicht die Kombination von automatischer Präsenz- und Tageslichtregulierung mit hochwertiger Sensorik sowie modernen elektronischen Vorschaltgeräten eine hohe Energieeffizienz, womit die Bank Pictet mit Stolz einen weiteren Beitrag auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit verbuchen kann.

 

Alle Kommunikationsbeziehungen im Griff: Jürg Keller (l.) von EIBROM und Didier Conus, verantwortlich für die Elektrotechnik der Bank Pictet, an der Visualisierung der Beleuchtungsanlage.

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