Futurelife bekommt ein Update und wird ein Welcome@Home Haus

Seit Technologie- Generationen im Smart Home

In der Wohnüberbauung «Park­ siedlung Huobhalde» befindet sich das erste Internethaus der Schweiz, das «Futurelife». Seit Novem­ber 2000 wohnt die Familie Steiner dort, mittlerweile nicht mehr im Rahmen eines Forschungsprojekts, sondern als «normale» Bewohner. Derzeit wird die Technik auf den neusten Stand gebracht.

 

 

Das Home Panel von inno in der Küche visualisiert und steuert bei Bedarf die gesamte Haustechnik und die Musik, welche dazu über einen Home Server zusammengefasst wird.

Für die meisten Menschen ist es äusserst wichtig, sich in den eigenen vier Wänden rundum wohlzufühlen. Wer nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, möchte entspannen, sich frei von allen Zwängen in der heimischen Umgebung bewegen und Kraft für den nächsten Tag schöpfen. Ein Smart Home will mit seiner Technik den Komfort zusätzlich steigern, das war von Beginn weg eines der wichtigsten Argumente für intelligentes Wohnen. Wird dieses Versprechen eingehalten? Wer könnte das besser beantworten als die Familie Steiner, die seit 16 Jahren im «Futurelife» wohnt.

«Der Entscheid, vor 16 Jahren ein bewährtes System (KNX) zu wählen, bestätigt sich, da moderne Technologien nach wie vor integriert werden können.» Bauherrschaft, Dani Steiner

Investitionen in nachhaltige Systeme lohnen sich

Im Bereich Smart Homes hat sich in dieser Zeit einiges getan, nicht zuletzt gelten vernetzte Häuser nicht mehr als Spinnerei, sondern sind im Alltag angekommen, und zahlreiche neue Produkte und Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Deshalb haben sich Ursi und Dani Steiner entschieden, das «Futurelife» dem neusten Stand der Technik anzupassen. Die Firma Eibrom, die auf eine langjährige Erfahrung im Bereich Smart Homes zurückblicken kann, hat die Koordination des «Home-Updates» übernommen. Spannend ist, dass das damals verwendete Bussystem, das auf dem weltweiten Standard KNX basiert, nach wie vor die Basis für die Steuerung der kompletten Gebäudetechnik bildet. Diese wird nun mit weiteren Systemen ergänzt. Dies beweist eindrücklich, dass sich eine sinnvolle Investition zu Beginn eines Projektes auch nach Jahrzehnten noch auszahlt und nachhaltige Systeme auch mit neuen Technologien Schritt halten können.

Intelligente Lehrrohre und Sicherheit

Wie bei einem Neubau heute Standard, besteht auch im «Futurelife» eine strukturierte, sternförmige Verkabelung. Sie wurde durch eine neue Gigabittaugliche Verkabelung von Zidatech ersetzt. Da die Verrohrung beim Bau nicht nur sternförmig ausgeführt wurde, sondern auch eine Steigzone und sogar Kabelkanäle umfasst, war diese Anpassung ein Kindespiel.
Nicht mehr Stand der Technik war die Alarmanlage. Neu sichert eine KNX-basierende Anlage das Anwesen von Steiners. Dadurch wurde Platz frei im Keller, denn die neue GMA 8.1 von ABB ist nur noch ein Drittel so gross wie die bisherige An- lage. Das neue System lässt sich über einen Webbrowser, und damit sehr einfach und übersichtlich konfigurieren. Die Bedienung erfolgt über ein Panel mit Codetastatur und ein grosses, komfortables Display. Das ist kein Vergleich zum alten grauen Kästchen mit den farbigen Knöpfen und dem gelblichen, pixeligen Display. Zum Sicherheitssystem gehören auch die auf SIP und All IP basierende Türsprechanlage sowie der neue Fingerprintleser. Die Türsprechanlage lässt sich standesgemäss auch über das iPad bedienen und überträgt Sprache und Bild der Person, die vor der Tür steht. Das ursprüngliche Motorschloss der Haustür gewährt einem Gast bei Bedarf auch automatisch Zugang zum Haus. Das ist praktisch, wenn man es sich in der Gartenlaube hinter dem Haus gerade gemütlich gemacht hat und die Tante zu Besuch kommt.

 

Herzstück des ABB safe & smart Konzeptes ist die neue KNX Gefahrenmelderzentrale GM/A 8.1.

 

«Für uns ist das Smarthome alltäg­ lich geworden. Auf vieles möchten wir heute nicht mehr verzichten.» 
Bauherrschaft, Ursi Steiner

Neues Bedienkonzept und Schalter

Ein Update erfahren haben auch die Lichtschalter. Steiners erhalten ein raffiniertes, von Eibrom entwickeltes Bedienkonzept. Jürg Keller, Integrator bei Eibrom, nennt das Prinzip ganz einfach «High», «Middle», «Low» und «Off». Das Licht in einem Raum wird basierend auf diesen vier Befehlen, beziehungsweise Szenen, gesteuert, die Szenen werden via Tablet abgespeichert. Auf der entsprechenden Konfigurationsseite mit hinterlegtem Grundriss lässt sich jede Leuchte in einem Raum einer Szene zuordnen oder auch nicht. Zudem können pro Szene und Leuchte die Helligkeitswerte definiert werden. Dasselbe Prinzip gilt für die Jalousien. Dank den Szenen ist die Bedienung der Taster nun viel übersichtlicher. Mit einem langen Tastendruck haben Steiners dennoch die Möglichkeit, eine Stimmung etwas heller oder dunkler zu gestalten. Die LED auf dem Taster signalisiert dem Nutzer zusätzlich, welche Tasten üblicherweise als nächstes gedrückt werden. Das Interessante an dieser Steuerung ist, dass sie nicht nur wie im «Futurelife» mit ABB-Sidus Tastern funktioniert, sondern auch mit allen möglichen auf dem Markt verfügbaren KNX-Tastern. Spannend ist auch, dass der bisherige Visualisierungsserver beibehalten werden konnte, lediglich die Software ist neu.

 

ABB KNX Sidus Taster mit dem Prinzip High Midle Low und Off.

 

«Wir betreuen das «Futurelife»­ Projekt nun schon seit 16 Jahren, die Technologie hat in dieser Zeit grosse Fortschritte gemacht.»
Integrator Jürg Keller, Eibrom

All IP, alles über ein Netz

Dass die Netzwerktechnologie in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht hat, zeigt sich auch im «Futurelife». Das WLAN, welches das kabelbasierende Netzwerk ergänzt, wurden ebenfalls ersetzt. Zahlreiche elektronische Geräte nutzen oder benötigen heute ein Wireless Netzwerk, angefangen beim Smartphone und den Tablets bis hin zum Philips-Hue Lichtsystem in der Gartenlaube, das dank WLAN-Anbindung ebenfalls über das iPad bedient werden kann. Auch telefoniert wird bei Steiners über eine auf SIP und All IP basierende Telefonanlage. Darin eingebunden ist auch die oben erwähnte Türsprechstelle.

 

 

Ein hochwertiges Netzwerk von Zidatech beziehungsweise Verkabelungssystem garantiert die nötigen Anschlüsse im Welcome@Home.

 

Die Musik streamt durch den Raum

Vieles im Smart Home basiert heute auf Internet-Systemen, das zeigt sich auch im «Welcome@Home».
Speziell zu erwähnen ist hier das netzwerkbasierende Audiosystem von Trivum, das in die bestehende KNX-Installation integriert werden konnte und die Musik von Spotify und Webradios in die verschiedenen Räume und bei Bedarf sogar auf die Terrasse bringt.
Anstelle des riesigen Touchscreens in der Küche wurde ein so genanntes Hello Pad von Inyx installiert. Es ist kleiner, energieeffizienter und bietet viel mehr Funktionen. Vieles, was damals noch Utopie war, ist heute als marktreife Produkte verfügbar, so auch die Gartenbewässerung, die aufgrund der Meteodaten die Bewässerungsstrategie ändert. Das Projekt «Welcome@Home» zeigt eindrücklich, dass ein Smart Home auch nach 16 Jahren nicht veraltet ist.

Sein Update ist wahrlich gelungen.

 

 

Daniel Steiner (links) und Jürg Keller können gemeinsam auf viele Jahre Smart Home Erfahrung zurückblicken.

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: