Interview mit Herrn Petar Radujko, Gode AG

Wie wichtig ist das Intelligente Wohnen respektive die Gebäudeautomation für Sie im Alltag als Elektroplaner?

Für uns ist die Gebäudeautomation sehr wichtig, da wir vor allem Zweckbauten wie Schulhäuser oder Gewerbebauten planen. Dem Intelligenten Wohnen begegnen wir daher weniger, da dies vor allem Einfamilienhäuser betrifft. Wichtig scheint mir, die Bauherren bereits in der Konzeptphase auf die Möglichkeiten der Gebäudeautomation hinzuweisen. Dort werden oft wichtige Entscheidungen gefällt, wie installiert wird.

Sind Objekte mit integrierter Gebäudeautomation im-mer noch so genannte «Spezialobjekte»?

Nein, für uns gehört die Gebäudeautomation seit den 90er Jahren zum Alltag.
Wir hatten damals mit dem Vorgänger von KNX, EIB begonnen und planen im Zweckbau viele Gebäude, in welchen die Gebäudeautomation Sinn macht.

Welches ist Ihre genaue Rolle in einem solchen Projekt, in dem die Gebäudeautomation integriert wird? Kommt der Bauherr zuerst zu Ihnen oder geht er erst zum Integrator?

Wir nehmen eine sehr aktive Rolle ein. Dafür haben wir eigens Planungswerkzeuge entwickelt, um den Kunden schon bei der Konzeption auf die verschiedenen Möglichkeiten von Gebäudeautomation hinzuweisen. Dafür werden diese Schritte in der Konzeption genau protokolliert. Teilweise scheinen Fragen für einen erfahrenen Kunden unnötig zu sein, wir wollen aber sicherstellen, dass der Kunde auf allen Optionen hingewiesen worden ist.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Systemintegratoren beschreiben?

In der Regel gut, wir haben fast jeden Tag Kontakt mit Systemintegratoren. Diese sind meistens informierter über Neuheiten als wir, im Gegenzug liefern wir aber oft Verbesserungsvorschläge aus der Praxis für die Umsetzung oder Korrekturen. Wir legen sehr viel Wert darauf, unsere Projekte so zu entwickeln, dass sie vom Integrator unabhängig sind. Das heisst, dass wir die Projektführung übernehmen und sehr genaue Vorgaben setzten, wie Anlageteile adressiert und verknüpft werden. Das heisst auch, dass wir den Integratoren nicht freie Hand lassen. Der Kunde erhält damit eine saubere Dokumentation, so dass die Anlagen für jeden anderen Integratoren auch nachvollziehbar werden.

Und welche Erfahrungen haben Sie mit EIBROM gemacht?

Das sind Top-Profis, die Zusammenarbeit ist reibungslos und sie sind sehr innovativ und offen für neue Ideen.
Im Fussball würde man von einer Topliga sprechen, sagen wir von der Championsleague.

Nochmals zur Ihrer Rolle. Wo sehen Sie sich zwischen Bauherr und Systemintegrator?

Wir haben eine Vermittlerrolle, wir nehmen die Kundenbedürfnisse auf und machen Lösungsvorschläge. Wichtig dabei ist, dass wir den Kunden auch auf Möglichkeiten und Optionen hinweisen, die er nicht kennt und diese Bedürfnisse dann an die Integratoren weiterleiten. Wie gesagt, geben wir den Integratoren sehr genaue Vorgaben.

Die Hausinstallationen in den meisten Bauten basieren seit Jahrzehnten auf dem gleichen Konzept, möglichst für jedes Gewerk eine separate Installation zu erstellen. Wo sehen Sie hier Chancen?

Die Chancen sind schon da, man muss sie den Kunden einfach besser aufzeigen. Als Beispiel nehme ich gerne eines unserer Schulhausprojekte. Ein Schulhaus verfügt über ein grosses Schulzimmer mit zwei Eingängen. Der Raum ist mittels einer Trennwand teilbar. Mit der Verwendung von KNX ist die Lichtschaltung ganz einfach, denn wenn die Trennwand geschlossen ist, reagiert dies die Steuerung und schaltet dementsprechend nicht das Licht in beiden Teilen aus, sondern nur in dem Raum, in dem man sich befindet. Diese Umschaltung wäre sehr kompliziert mit einer konventionellen Installation, mit KNX ist es eine reine Frage der Softwareadressierung.

Ich muss an dieser Stelle leider auch erwähnen, dass viele institutionelle Investoren sich einmal mit Gebäudeautomation die Finger verbrannt haben und nun wieder auf die konventionelle Installationsart setzen, obwohl diese konventionelle Technik oft an ihre Grenzen stösst. Daher legen wir auch grossen Wert auf saubere Dokumentationen, damit man nicht von einem einzigen Integrator abhängig ist.

Wichtig scheint mir auch, vielleicht weniger von der Installationsseite zu argumentieren, als mehr von den Funktionen, wie z.B. der Komfortsteigerung, die erst durch die Gebäudeautomation ermöglicht werden.

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